History

1994 aus dem Stuttgarter Jazzgipfel hervorgegangen finden die jazzopen in diesem Jahr zum 14. Mal statt. Rasch hat sich das jährlich ausgerichtete Festival als Highlight im Stuttgarter Veranstaltungskalender etabliert – Mitte bis Ende Juli, sobald der Hochsommer am höchsten steht, verwandelt sich die Stadt in einen Hotspot für Stars und Legenden der Jazzszene und angrenzender Musikbereiche. Von Anfang an von der Opus Festival-, Veranstaltungs- und Management GmbH veranstaltet, hat sich das Festival in dieser Zeit dank einer hingabevollen, aufgeschlossenen und hoch engagierten Programmarbeit zu einem der großen Jazz-Ereignisse in Europa entwickelt.
Dazu beigetragen haben nicht nur die internationalen Stars, die Jahr für Jahr auf der Bühne stehen: James Brown, B.B. King, Santana, Lionel Hampton, Bobby McFerrin, John McLaughlin, Dee Dee Bridgewater, Dianne Reeves, Natalie Cole und George Clinton, um nur einige wenige zu nennen. Das Festival verdankt sein unverwechselbares Profil auch den speziell für die jazzopen konzipierten Projekten, die exklusiv in Stuttgart zu hören sind: vom "Das Gesamt(Kunst)Werk" genannten Abend für Klaus Doldinger mit einer Gegenüberstellung verschiedener Passport-Besetzungen und einer um internationale Gäste erweiterten Formation sowie einer Hommage an Joachim Ernst Berendt mit Stars der Weltmusik über eine ganz dem musikalischen Universum von Frank Zappa gewidmete Show mit The Band from Utopia oder "The music of Jimi Hendrix" mit Jack Bruce, Pharoah Sanders und Cassandra Wilson sowie Begegnungen der Stuttgarter Philharmoniker mit Jazzern wie Randy Brecker, Richie Beirach und Charlie Mariano bis hin zu "Nana Mouskouri goes Jazz" oder dem diesjährigen "Tribute to Albert Mangelsdorff" reichen die Beispiele.
Damit stehen die jazzopen stuttgart für ein Konzept, das genauso innovativ wie am Publikum orientiert ist. Das "open" im Namen des international renommierten Festivals wurde stets auch als programmatische Verpflichtung gesehen und entspricht seiner offenen Ausrichtung – das facettenreiche Programm spiegelt auch 2006 eine Auffassung wider, die einer Abgrenzung der verschiedenen Musikstile eine Aufgeschlossenheit entgegensetzt, die in keiner Richtung Berührungsängste kennt: So hatten Popstars wie Lauryn Hill oder The Neville Brothers neben Vertretern afrikanischer Musikkultur wie King Sunny Ade und Mory Kanté, Funkbands wie Tower of Power und House-Jazzer wie St. Germain viel umjubelte Auftritte in Stuttgart. Nicht zuletzt steht steht das "open" im Festivalnamen auch für die Freiheit, jährlich sein Gesicht zu verändern, um auf die lokalen und globalen Bedingungen, die bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung aufeinander treffen, flexibel reagieren zu können. Obwohl, oder gerade weil die Vielseitigkeit des Programms es Jahr um Jahr verstand, aus den starren Vorgaben der Festivalroutinen auszuscheren, konnte sich das Festival ein einprägsames Profil erarbeiten, verbunden mit einem neugierigen, stets neue Freiräume erkundenden Blick auf die Möglichkeiten und Entwicklungen der Landeshauptstadt.
Der Veranstalter
Die Opus Festival-, Veranstaltungs- und Management GmbH veranstaltet die jazzopen seit 1994. Opus betreibt folgende Geschäftsfelder: Festivals, Konzerte, Künstlermanagement und Industrieevents. Neben dem Hauptgesellschafter, der JS Beteiligungen GmbH, vervollständigt Prof. Mini Schulz den Gesellschafterkreis - Geschäftsführer ist Jürgen Schlensog.
Die Opus GmbH veranstaltet nicht nur die jazzopen stuttgart, sondern ist auch eine gefragte Agentur für maßgeschneidertes Eventmanagement. Von der reinen Vermittlung von Künstlern bis hin zur Konzeption und Organisation von Großveranstaltungen aus einer Hand reicht das Dienstleistungsangebot. Die Opus GmbH arbeitet mit einem langjährig bewährten Netzwerk der besten Spezialisten aus allen Bereichen der Entertainment-Branche zusammen und kann dadurch ihre ganze Erfahrung als Veranstalter einbringen.
Entwicklung der jazzopen stuttgart
2005
Erstmalig wird der neue Pariser Platz bespielt, der sofort zum Zentrum des Festivals avanciert: Bis auf die reinen Jazzkonzerte finden alle Veranstaltungen hier als Open Air statt. James Brown, Lauryn Hill und Al Di Meola mit Leonid Agutin heißen die Headliner dieses Sommers. Außerdem kommt es zu Auftritten von Till Brönner, Jamie Lidell, Blacknuss und Wolfgang Haffner. Ein weiteres Open Air mit Shooting-Star Katie Melua findet auf der Freilichtbühne Killesberg statt. Im Mozartsaal der Liederhalle treten Terence Blanchard, Roy Hargrove, das Lynne Arriale Trio, die Nicola Conte Jazzcombo und das Projekt Jazz meets Cuba auf.
Die LBBW jazzopen stuttgart 2005 sehen sich zwar vor neue Herausforderungen gestellt, was jedoch in bester Festivaltradition steht: eine neue Open-Air-Location in Stuttgart zu aktivieren, mit einer offensiv anti-elitären Mischung aus internationalen Größen, Newcomern, deutschen Stars und lokaler Szene neue Wege gehen und dabei doch Konstanz bewahren – alles längst Markenzeichen der jazzopen. Sponsoren und Förderer, ohne deren Unterstützung dieses international wahrgenommene Ereignis nicht denkbar wäre, sind nach wie vor: die LBBW als Titelsponsor, die Deutsche Lufthansa, das Hotel Maritim und Fürstenberg sowie Audi; das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart sowie der SWR, der alle drei Abende im Mozartsaal aufzeichnet.
2004
Erneut macht ein Open Air im Innenhof der LBBW den Auftakt: Mit George Clinton, Afrika Bambaataa und Amp Fiddler kommt es zu einem Gipfeltreffen amerikanischer Funk-Experten. Clintons deutschlandweit exklusiver Auftritt mit einer zwanzigköpfigen Formation als Parliament / Funkadelic hinterlässt einen unauslöschlichen Eindruck. Komplett dem skandinavischen Jazz gewidmet ist ein ganzer Abend im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle: Mit Silje Nergaard, Nils Landgren, Bugge Wesseltoft, Viktoria Tolstoy und Torun Eriksen sind die Spitzen des Nordic Jazz auf engstem Raum – im Beethoven- und Mozartsaal der Liederhalle – versammelt. Im Vorprogramm der Pointer Sisters tritt die Funk-Legende Les McCann im Beethovensaal auf. Parallel dazu ist im Mozartsaal das McCoy Tyner Trio zu hören. Am Abschlussabend teilen sich die New York Voices die Bühne mit der BBC Big Band unter der Leitung von Jiggs Whigham.
Erneut ist der Programm-Bogen der jazzopen von jungen Talenten bis zu lebenden Legenden gespannt. Aufgrund der großen Bigband-Dichte im Programm des Jahres 2004 bevölkern mehr als 200 Musiker das Festivalgelände. Die über die Jahre gewachsene Sponsorengemeinschaft erweist sich weiterhin als sehr stabil. Der SWR zeichnet 2004 drei Konzerte der jazzopen auf: sowohl die Performance der Pointer Sisters als auch den von Stuttgarter Jazzern unterstützten Auftritt von Les McCann sowie die Show der New York Voices mit der BBC Big Band. Auch in diesem Jahr wird das Festival von einem reichhaltigen Rahmenangebot der Stuttgarter Clubs und des "S-City swingt"-Projekts der CIS begleitet.
2003
Die enorme Publikumsresonanz ermutigt die Veranstalter zu einem weiteren Open Air im Innenhof der LBBW am Stuttgarter Hauptbahnhof: Mit den Stereo MC's und Nightmares On Wax teilen sich zwei der bedeutendsten britischen Acts der Gegenwart den Eröffnungsabend, die explizit den Zusammenhang zwischen Clubkultur und Jazz herstellen. SoulPhiction, Stuttgarts heißester Import in Sachen Detroit- inspirierter House-Tracks, stellt dazu Michel Baumann sein ManmadeScience-Projekt vor, das die Brücke von der akustischen zur elektronischen Musik schlägt. Auch die Venues im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle sind wieder im Programm: Der Beethovensaal sieht mit Cassandra Wilson, Jane Monheit und Stacy Kent einen in Kooperation mit EuroArts und dem SWR aufgezeichneten Abend mit drei Vokalistinnen der Extraklasse, bei Candy Dulfer, Incognito und Malia die Idealvorstellung einer groovigen Jazz-Party sowie Die Fantastischen Vier mit ihrer "Unplugged"-Session. Der erstmals bespielte Mozartsaal bietet neben einem "Round about Monteverdi" betitelten Projekt von Richie Beirach, Gregor Hübner und George Mraz sowie einem Auftritt der Rainer Tempels GmbH zwei Weltpremieren an: in Fortführung der bereits für das Festival charakteristisch gewordenen, erfolgreichen Orchester-Jazz-Reihe die Stuttgarter Philharmoniker unter der Leitung von Bernd Ruf mit dem Programm "Jazz'n Strings" sowie als ST. C feat. Helen Schneider ein eigens für den Auftritt bei den jazzopen konzipiertes Set mit der international seit Jahrzehnten bekannten Sängerin.
Zum zehnjährigen Jubiläum erstreckt sich das Festivalprogramm wieder über vier Tage. Insgesamt mehr als 120 Musiker bevölkern die Bühnen der LBBW jazzopen stuttgart 2003. An der Konstellation der Sponsoren hat sich wenig verändert; als weitere Konstante ist der SWR auch in diesem Jahr eine Kooperation mit EuroArts eingegangen, um diesmal den Abend mit Cassandra Wilson, Jane Monheit und Stacy Kent zu präsentieren. Neu als Präsentator: DasDing ergänzt SWR1 im Hörfunksegment. Lift übernimmt erneut den Printbereich. Das vielfältige Rahmenprogramm ersteht in Zusammenarbeit mit dem "S-City swingt"-Projekt der CIS und dem 3. Europäischen Filmfest Stuttgart-Ludwigsburg.
2002
Das Bosch-Areal steht nicht mehr zur Verfügung, dafür findet als Auftaktveranstaltung ein Open Air im Innenhof der LBBW am Hauptbahnhof statt. Diese Location feiert damit als Veranstaltungsort von Konzerten Premiere, die Besucher sind begeistert: "Glückwunsch, Herr Oberbürgermeister! Der Traum von Stuttgart 21 wurde in dieser lauen Sommernacht Wirklichkeit", schrieben die Stuttgarter Nachrichten über das Konzert mit Joy Denalane & Band, De-Phazz und Klaus Doldingers Passport RMX. Auf der Bühne des Hegelsaals im Kongress- und Kulturzentrum Liederhalle erleben die Besucher: Randy Crawford mit Michael Lington und Slim Man, als weitere Weltpremiere auf den jazzopen eine Kooperation von Nana Mouskouri mit der Berlin Radio Big Band unter der Leitung von Ralf Schmid, in "Solo Piano Summit" eine mit herausragenden Pianisten wie Junior Mance, Jacky Terrasson, Geoff Keezer, Bill Charlap und Alex Wilson besetzte Vorabendveranstaltung, bei Randy Brecker und Charlie Mariano mit den Stuttgarter Philharmonikern unter der Leitung von Bernd Ruf ein Aufeinandertreffen zweier Klangwelten, unterstützt durch Auftritte von Richie Beirach sowie Gregor und Veit Hübner, außerdem in einer Vorstellung am frühen Abend die Faszination der Duo-Formation mit dem Jens Thomas/Christof Lauer Duo.
Die LBBW jazzopen stuttgart 2002 bieten in sechs Veranstaltungen mit Auftritten von insgesamt 15 Formationen, Projekten und Einzelkünstlern ein hochkonzentriertes Programm an. Nach wie vor wird das Festival von der LBBW als Hauptsponsor sowie vom Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart mit Zuschüssen unterstützt. Auch wieder dabei: der SWR in Kooperation mit der EuroArts Medien AG, die den Abend mit Nana Mouskouri und der Berlin Radio Big Band präsentieren sowie SWR1 im Hörfunksektor. Neu im Sponsorenverbund von 2002: neben Lufthansa, Hotel Maritim und KKL Liederhalle erscheint die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei. Wie im Vorjahr bereitet ein Rahmenprogramm – erstmals in Zusammenarbeit mit der City Initiative Stuttgart (CIS) – im Vorfeld des Festivals den Boden für die jazzopen: Das "S-City swingt" startet als Vorbote auf dem Schlossplatz, an das sich nahtlos das Festivalprogramm anschließt.
2001
Mit der Fertigstellung des Bosch-Areals beim Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle in Stuttgart bieten sich für die jazzopen neue attraktive Möglichkeiten, die für eine Erweiterung des bisherigen Konzepts genutzt werden: Nicht nur die Bars und Restaurants und Clubs im neuen Areal sind in das Rahmenprogramm integriert, auch der öffentliche Raum wird temporär bespielt: Zum ersten Mal finden auch Open-Air-Veranstaltungen auf dem Platz zwischen dem Bosch-Areal und Liederhallen-Komplex statt. Das ermöglicht eine Verdopplung des Programmangebots: Es kommt innerhalb von vier Tagen zu nicht weniger als acht Großveranstaltungen im Bereich der Liederhalle. 2001 ist nicht nur in dieser Beziehung ein Jahr des Umbruchs: Erstmals öffnet sich das Programm auch für dezidiert elektronische Musik. Möglich wurde diese Ausweitung des Festivals durch eine Aufstockung der Unterstützung seitens des Hauptsponsors, der LBBW, sowie der Stadt Stuttgart. Die TV-Aufzeichnungen werden vom SWR in Zusammenarbeit mit EuroArts Medien produziert; nach wie vor präsentiert SWR1 das Programm. Neu im Kreis der Sponsoren – der nach wie vor von den langjährigen Partnerschaften mit der Lufthansa, dem Hotel Maritim, der KKL Liederhalle sowie dem Land Baden-Württemberg dominiert wird – sind Radeberger und Ernest & Julio Gallo. Erneut sind die jazzopen von einem mit in die Werbung aufgenommenen Club-Programm in Stuttgart umgeben. Das Festival entwickelt sich immer mehr zum Publikumsmagnet, das nicht nur Musikliebhaber aus ganz Deutschland, sondern auch aus dem Ausland anzieht. Die Resonanz auf die jährliche Veranstaltungsreihe ist mittlerweile enorm, die überregionale Beachtung und Berichterstattung sind fest etabliert.
Im Hegelsaal zu hören: George Benson, das Dave Brubeck Quartet, die West Coast All-Stars, das stark vom Jazz geprägte Deephouse-Genie St. Germain, unter dem Titel "Pakt" eine exklusiv bei den jazzopen zu hörende Kooperation zwischen zwei komplett verschiedenen Klangkörpern aus Stuttgart: der Formation orbit.experience und dem Stuttgarter Kammerorchester, sowie – als eine der seltenen, aber sehr bewusst gesetzten Wiederholungen im Programm der jazzopen – Dee Dee Bridgewater, davor die fabelhafte Jane Monheit und die Gewinner des im Vorjahr ausgelobten Newcomer-Wettbewerbs, die Paul Schöne Group. Erstmals ist auch der Schillersaal des KKL Liederhalle im Angebot: mit "Bird & Soul" kommt eine Jazzoper von Werner Stiefele nach Motiven aus dem Leben von Charlie Parker in kleinster Besetzung zur Aufführung. Die Open-Airs gestalten: der einzigartige Al Jarreau, eröffnet von der in Berlin lebenden Texanerin Twana Rhodes; Nils Petter Molvær, davor Joo Kraus & A.C.F.; Bossa-Nova-Superstar Bebel Gilberto, Maria Ochoa, das Franco Petrocca Quartiere Latino und Lothar Schmitz Mambebop.
2000
Wie in den beiden Vorjahren wird das Festivalprogramm von der "Stuttgarter Jazzwoche" eingerahmt. Ein lang gehegter Plan zur Förderung von Nachwuchskünstlern wird in 2000 mit Unterstützung der Bauer Studios in Ludwigsburg und der "focus on hope"-Stiftung von Nana Mouskouri verwirklicht: ein Jazz-Newcomer-Wettbewerb findet am Samstag und Sonntag des Festivals in der Backstagebar des KKL statt. Der erste Preis wird von Nana Mouskouri, Eva Bauer-Oppelland und Pete York an den Gewinner, die Paul Schöne Group, überreicht. Als Gewinn winken den Nachwuchskünstlern nun Tonaufnahmen im renommierten Bauer Studio und ein Auftritt bei den LBBW jazzopen 2001.
Die vier Tage Hegelsaal des siebten Festivals bieten ein dicht gedrängtes Programm hochkarätiger Weltstars an: Wynton Marsalis ist in seiner Eigenschaft als künstlerischer Leiter mit dem Lincoln Center Jazz Orchestra zu Gast. Das David Gazarov Trio eröffnet den "Sounds Of The Century" benannten Abend. "It's Funky" ist das Motto für den Auftritt der legendären Tower of Power, die nicht nur den Funk gefressen, sondern auch die komplette, von Kraftwerk späterhin ausgebreitete Industrie-Metaphorik vorbereitet hat. Im Vorprogramm hat sich Fred Wesley's Jazz/Funk Explosion um Lyn Collins und Pee Wee Ellis verstärkt. "Unforgettable Voices" bringt einmal mehr eine der großen Stimmen des Jazz nach Stuttgart: Natalie Cole. Eröffnet wird dieser Abend vom Kurt Elling Quartet. Für "Boas Vindas Brasil" konnte mit Daniela Mercury eine der populärsten zeitgenössischen Vertreterinnen der Musica Popular Brasileira verpflichtet werden. Chico César & Rita Ribeiro übernehmen den Support.
1999
Die "Stuttgarter Jazzwoche" ist bereits in ihrem zweiten Jahr ein Erfolg. Im Vorfeld der jazzopen stuttgart finden bereits mehr als 20 Konzerte an unterschiedlichen Veranstaltungsorten statt. Zahlreiche Jazzclubs der Stadt bieten ein erlesenes Jazzprogramm an, das Dichte und Vielseitigkeit des Angebots in der Region widerspiegelt. Erstmals lautet der Titel des Festivals LBBW jazzopen stuttgart: Mit der Fusion der Landesgirokasse, der Südwest-LB und der L-Bank ist die Position des Hauptsponsors an die LBBW übergegangen. An der progressiven Ausrichtung des Festivals hat sich dadurch ebenso wenig geändert wie an der schon bewährten Sponsoren-Allianz aus Lufthansa, Maritim und KKL. 1999 neu im Verbund: Köstritzer. Durch die Zusammenlegung der beiden Landessender wird der SWR zum Präsentationspartner der jazzopen, der in Fortführung der vom SDR begründeten Tradition das Programm aufzeichnet, in SWR1 und im Südwest Fernsehen ausstrahlt sowie im Rahmen des Programmaustauschs der ARD-Fernsehanstalten den Sendern Arte und 3sat zur Verfügung stellt. Erneut bekunden das Land Baden Württemberg und die Stadt Stuttgart ihre Wertschätzung des kulturellen Impacts der jazzopen für die Region mit einer Unterstützung des Festivaletats.
Schauplatz der jazzopen ist wie im Jahr zuvor der Hegelsaal im KKL Liederhalle. Die vier Festivalabende sind erneut thematisch gefasst: Für "Voices" kommen Bobby McFerrin und Trio-Rio-Stimme Peter Fessler nach Stuttgart. "Swing It" bringt mit Lionel Hampton & His Orchestra eine weitere Schlüsselfigur des Jazz auf die Bühne der jazzopen, dazu Auftritte von Rosemary Clooney und Indigo Swing sowie eine Special-Guest-Appearance von Dee Dee Bridgewater. Aus gutem Grund wird eine Tanzfläche freigehalten. Die "Latin Jazz Night" setzt ganz auf afro-kubanische Rhythmen: Ein erweitertes Chucho Valdés Septet bringt als "Jazz en Clave" mit Michel Camilo, Claudio Roditi, Juan Pablo Torres und Giovanni Hidalgo den Hegelsaal zum Kochen, den Bellita y Jazztumbatá, ein Fusion-Duo, das mit dem Perkussionisten Alexander Nápoles sowie für diesen Anlass einmalig mit den Stuttgarter Jazzern Andreas Maile, Helmut Sauer und Gregor Hübner auftritt, kompetent angeheizt haben. "Universal Harmonies" kombiniert die südafrikanische A-cappella-Formation Ladysmith Black Mambazo, die in Burundi geborene und in Belgien legende Sängerin Khadja Nin sowie die Kosmopolitin Noa.
1998
Der Hegelsaal des KKL Liederhalle hört und sieht in vier Tagen mehr als 120 Musiker. Erstmals ist die Landesgirokasse Hauptsponsor des Festivals. Außerdem – ebenfalls eine Premiere – unterstützen das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart die LG jazzopen stuttgart 98, was nicht nur als Wertschätzung der Programmgestaltung verstanden werden kann und deren Spielraum erweitert, sondern auch die Bedeutung dieser Kulturveranstaltungsreihe für den Wirtschaftsraum als "weicher" Standortfaktor markiert. Die Sponsorengemeinschaft der Vorjahre erweist sich als außerordentlich stabil und steht nahezu unverändert an der Seite des Festivals; neu in diesem Zusammenhang ist lediglich das Engagement von Stuttgarter Hofbräu. Um die regionale Komponente zu intensivieren, wird die Arbeit verschiedener Clubs und Jazzveranstalter im Rahmen einer Kooperation in und um Stuttgart gebündelt: Rund um das eigentliche Festivalprogramm entsteht ein Rahmenprogramm mit zahlreichen Konzerten der unterschiedlichsten Jazz-Richtungen: die "Stuttgarter Jazzwoche". Die Veranstaltungen werden gemeinsam mit dem Festival beworben.
Das Programm des Festivals ist gewohnt vielfältig, aber an den einzelnen Abenden wieder inhaltlich sehr kohärent: "Die Welt ist Klang" ist ein Buchuntertitel von Joachim Ernst Berendt und das Motto einer Hommage an den Mann, ohne den Jazz in Deutschland längst nicht die Akzeptanz und Anerkennung erreicht hätte, wie es dank seiner Arbeit der Fall gewesen ist: als "Jazzpapst" international bekannt, feiert der dienstälteste Jazzredakteur der Welt bei den LG jazzopen stuttgart 1998 in seinen 76. Geburtstag hinein. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch mit dabei: Albert Mangelsdorff, Charlie Mariano & Joachim Kühn, das Robert Majewski Quintett feat. Urszula Dudziak, John Handy & Maharaj Brothers, Jens Zygar & Markus Stockhausen sowie die John McLaughlin Group. Ebenfalls ein Highlight: die "Afrika Nacht" ist mit Habib Koité & Bamada, dem Weltmusikstar aus Mali, King Sunny Ade & His African Beats, dem nigerianischen Großmeister des Juju und Mory Kanté, der Erfinder von Afro Dance aus Guinea ein Gipfeltreffen erstrangiger Repräsentanten genuin afrikanischer Musik. Bei der "Kuba Nacht" bleibt der Hegelsaal unbestuhlt: die Afro Cuban All Stars mit Juan de Marcos González und Ibrahim Ferrer sowie die Salsa-Erneuerer Los Van Van lassen kein Tanzbein ungerührt. Unter dem Titel "Groove 'n' Funk" präsentiert sich die P-Funk-Legende Bootsy Collins, der zusammen mit Thomas D und Smudo von den Fantastischen Vier als Guest-Stars auf der Bühne neue Wege beschreitet, sowie das Trip-Jazz-Duo Tab Two, bestehend aus Hellmut Hattler und Joo Kraus.
1997
Mehr als 100 Musiker stehen an den vier Abenden des Festivals auf der Bühne des Beethovensaals im KKL Liederhalle: Im Rahmen des Projekts "Charlie Mariano's Jazz World" wird in den fünf Exkursionen "The American Roots", "The European Influence", "Meditations of India", "Arabian Connection" und "The International Tango" mit so illustren Gästen wie Dianne Reeves, Dino Saluzzi, Rabih Abou-Khalil, Trilok Gurtu und Wolfgang Dauner die musikalische Landkarte dieses Weltreisenden in Sachen Jazz ausgebreitet. Außerdem sieht und hört Stuttgart erneut eine der absoluten Größen der afroamerikanischen Popmusik – mit Isaac Hayes konnte eine "Legende des Memphis-Soul" (Melody Maker) gewonnen werden. Davor begeistern die vom Vokalquintett zum jetzt auch instrumental operierenden Septett angewachsenen Zap Mama. Mit dem krankheitsbedingten Ausfall des Auftritts des algerischen Rai-Superstars Khaled kommt es zur bisher einzigen Absage eines Headliners in der Geschichte des Festivals: Weather-Report-Mitbegründer Joe Zawinul springt kurzfristig ein und versteht es mit seiner Performance blendend, wesentlich mehr zu sein als lediglich eine Entschädigung. Ebenfalls eine Bank: die Dissidenten. Ihre Show belegt eindrucksvoll, warum das Fachmagazin Rolling Stone sie als "Godfathers of World-Beat" feiern konnte. Höhepunkt des Line-ups ist ein Auftritt von B.B. King: der "größte lebende Gitarrist" (Melody Maker) ist ein äußerst vitales Monument des Blues. Keb' Mo' stimmt als Shootingstar der Szene auf dieses Großereignis ein. Mit seiner Band präsentiert er "blues with a twist to it", wie er es nennt: ob Funk, Jazz, Pop oder auch Folk diesen Twist verursachen – Hauptsache, der Song funktioniert und macht Spaß.
Trotz der gedrängten Form ist das musikalische Spektrum des Festivals wieder breit gefächert. Wie bereits im Vorjahr gibt es zwei unbestuhlte Abende, um den Charakter eines Dancefloorevents zu unterstreichen. Wie das hochkarätige Billing betont auch das erstmals zweisprachige Programmheft den internationalen Anspruch und Zuschnitt des Festivals. Nach wie vor werden alle Veranstaltungen der jazzopen vom SDR aufgezeichnet und in Zusammenarbeit mit ARTE und 3sat europaweit ausgestrahlt sowie von EuroArts weltweit vertrieben. Neu ist die Kooperation mit dem internationalen Kabel-TV-Anbieter Black Entertainment Television, der die Konzerte von Isaac Hayes und Zap Mama in die USA überträgt. Im Hörfunkbereich wird das Festival erneut von SDR 1 Jazz und SDR 3 Club präsentiert, die Printpräsentation übernimmt erstmals das Stuttgarter Stadtmagazin LIFT. Erstmals ist das Festival auch mit einer eigenen Homepage im Internet präsent. Parallel zu den bewährten Sponsoren – der Deutschen Lufthansa AG, den United Airlines, Heineken Deutschland und dem Hotel Maritim Stuttgart – ergeben sich neue Partnerschaften mit der Niederlassung Stuttgart der Daimler-Benz AG und der Landesgirokasse Stuttgart. Aus der letztgenannten wird sich ein bis heute andauerndes Engagement im Sponsorensegment entwickeln: die Rechtsnachfolger der damaligen LG haben ihre Sponsorentätigkeit über die Jahre bis hin zum Namenssponsoring konstant ausgebaut.
1996
Erneut ist das Festivalprogramm auf vier Tage verteilt und thematisch verdichtet: Unter dem Titel "Das Gesamt(Kunst)Werk" werden die drei wichtigsten der vielen Facetten von Klaus Doldinger aus Anlass seines 60sten Geburtstags und des 25jährigen Bandjubiläums seiner Band Passport an einem Abend auf die Bühne gebracht – mit "Tatort Liederhalle" ein Streifzug durch seine immens umfang- und erfolgreiche Arbeit als Filmmusik-Komponist und Arrangeur, bei dem Passport durch eine eigens für das Festival formierte jazzopen-Bigband unterstützt wird; mit "Doldinger & Friends" eine Art Band der Bandleader, besetzt mit internationalen Stars wie Al Foster, dem langjährigen Drummer von Miles Davis, Randy Brecker, Mike Mainieri, Ray Anderson oder Niels-Henning Ørsted Pedersen und deutschen Spitzenjazzern wie Joachim Kühn und dem noch jungen, aber bereits als viel versprechender Nachwuchs-Hoffnungsträger gehandelten Till Brönner; schließlich in "Generationswechsel" als Gegenüberstellung einer dem Line-up von 1973 entsprechenden Formation und der aktuellen Besetzung der "deutschen Antwort auf Weather Report" (Down Beat). Bei "Funk It Up!" regiert der geballte Groove: Maceo Parker demonstriert mit seiner Band, wie weit er mittlerweile aus dem Schatten James Browns herausgetreten ist, dessen Bläsersatz er über mehr als zwei Jahrzehnte vorstand. Darüber hinaus lassen die 80er Jazz-Funk-Pioniere Defunkt und die im Giant Steps, der NYer Clubinstitution, aktuell geschätzte Acid-Jazz-Formation Groove Collective an diesem Abend keinen Stillstand zu. Die "Blue Note Nite" bietet mit Auftritten von Cassandra Wilson, einem als The Masters firmierenden Trio mit Ron Carter, Bobby Hutcherson und Joe Chambers, The Blue Note All Stars und dem Junko Onishi Trio einen Querschnitt durch den Katalog eines der wichtigsten Jazz-Labels der Musikgeschichte. Bei "Latin'n'Blues" treffen sich zwei weltbekannte Gitarristen, die tatsächlich auch Bekannte sind: als Carlos Santana in Boston eines des Konzerte von Ronnie Earl & the Broadcasters besuchte, war er sofort begeistert und stieg spontan auf der Bühne ein.
Ein neues Logo ziert die Werbemittel des Festivals und bringt ein Re-Design des Namens mit sich: Mit den jazzopen stuttgart 96 geht man erstmals zur gebundenen Kleinschreibung über. Nach wie vor ist das Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle die Heimat des Festivals, bespielt wird jedoch wieder der Hegelsaal. Das um das Festival herum entstandene Sponsorengeflecht konsolidiert sich: Neben Heineken erscheint mit Saab erstmals eine Automarke an der Seite des Festivals. Der SDR zeichnet nach wie vor alle Konzerte auf, präsentiert werden die jazzopen 96 vom SDR, SDR 1 Jazz, SDR 3 Club, 3sat, ARTE und Prinz. Die internationale Verwertung der Aufzeichnungen übernimmt wieder EuroArts.
1995
Im zweiten Jahr seines Bestehens konzentriert sich das Festival komplett auf Themenabende: die "New Orleans Night" begrüßt The Neville Brothers feat. Aaron Neville sowie Dr. John & Band; unter dem Titel "Jazz Legends" kommt es als Weltpremiere zu einem gemeinsamen Auftritt von Pharoah Sanders, Trilok Gurtu, Victor Bailey, Mark Feldman und Jean-Paul Bourelly sowie Sets des um Albert Mangelsdorff erweiterten Steve Lacy Quartets und einer schlicht Old Friends genannten Formation, bestehend aus Wolfgang Dauner, Klaus Doldinger, Albert Mangelsdorff, Wolfgang Haffner, Manfred Schoof und Eberhard Weber; das Treffen von Manu Dibango und Salif Keita stellt die beiden sich ablösenden Generationen einer explizit afrikanische Traditionen verarbeitenden Form von Weltmusik einander gegenüber; für "The Music Of Jimi Hendrix" schließlich wurden eigens so verschiedene, aber hochkarätige Musiker wie Jack Bruce, Cassandra Wilson, Pharoah Sanders, Trilok Gurtu , Don Byron, Cyro Batista, Graham Haynes, Adam Holzman, Howard Levy, Brandon Ross, Jean-Paul Bourelly, Terry Bozzio, Mick Karn, David Torn, Vernon Reid, Nguyên Lê und Mark Feldman gebeten, ihre persönliche Interpretation der Musik von Jimi Hendrix exklusiv bei den Jazz Open vorzustellen.
Erstmals wird der Beethovensaal im KKL Liederhalle bespielt. Nach wie vor entstehen die Jazz Open mit dem SDR als Kooperationspartner, der sämtliche Konzerte aufzeichnet. Erstmals ist Heineken Hauptsponsor des Festivals, als Co-Sponsoren etablieren sich die von Beginn an bestehenden Partnerschaften mit der Deutschen Lufthansa und dem Hotel Maritim. Neu in der Sponsorenriege sind die United Airlines. EuroArts Medien als internationaler Vertrieb kümmert sich erstmals um die globale Verwertung der TV-Aufzeichnungen. Wie im Vorjahr präsentieren 3sat, ARTE, der SDR und SDR 3 Club das Festival. Neu unter den Präsentatoren ist SDR 1 Jazz.
1994
Hervorgegangen aus dem Stuttgarter Jazzgipfel findet das damals noch als Jazz Open firmierende Festival erstmals statt. Austragungsorte sind einerseits der Hegelsaal und dessen Foyer im Kultur- & Kongresszentrum Liederhalle (kurz: KKL), anderseits die Alte Reithalle im Hotel Maritim sowie das Alte Schützenhaus und das Scala in Ludwigsburg für die Pre-Opening-Abende. Insgesamt 18 Konzerte an sieben Tagen illustrieren die ganze Bandbreite der Jazz-Kultur. Von Anfang an versteht sich das zu diesem Zeitpunkt noch komplett vom SDR aufgezeichnete Festival als Plattform, die neben reinen Jazz-Acts gerade auch den Randbereichen des Jazz und seinen Einflüssen auf die gegenwärtige Popkultur ein Podium bietet. Via ARTE und 3sat werden die Mitschnitte des SDR europaweit verbreitet.
Das Festivalprogramm gestalten: Ornette Coleman Quartet, John Scofield & Pat Metheny Quartet, The Flying Pickets, Randy Crawford und die Joanne Brackeen Group. Daneben sieht Stuttgart eine Reihe von Weltpremieren als Vorläufer der Projekt-Serie der Jazz Open: für "A Tribute to the Music of Frank Zappa" kommen die Mitglieder der Besetzung der letzten Tour von Frank Zappa als The Band From Utopia zusammen; ESP 2 ist die zweite Auflage einer Formation aus Mitgliedern verschiedener Miles-Davis-Formationen; als Rabih Abou-Khalil Perfume Project trifft der in Beirut geborene Weltmusik-Erneuerer auf Charlie Mariano und Kenny Wheeler; Terje Rypdal, Miroslav Vitous und Trilok Gurtu treten erstmals gemeinsam auf; für das Stuttgarter Konzert verstärkt sich Dieter Ilgs Stammformation um Bob Belden und Vic Juris zum Quintett. Außerdem kommt es zu Auftritten von Fishbelly Black, Greg Osby & Streetjazz und The Muffin Men. Den lokalen Bezug stellen das Peter Lehel/Ekkehard Rössle Quintett, die Jazz Open All Star Band und der Saxophon-Workshop der Musikhochschule Stuttgart her. Der Auftakt besteht aus einem auf drei Tage verteilten Pre-Opening mit Auftritten von Donald Byrd & The Blackbyrds, Rypdal/Vitous/Gurtu, Aki Takase sowie Steve Coleman & Metrics.