
Donnerstag, 16. Juli 2009
JOSHUA REDMAN TRIO
BIX Jazzclub
Ein Highlight zum Auftakt der Clubkonzerte der BW-Bank jazzopen im BIX Jazzclub: Wer das Konzert von Joshua Redman vor zwei Jahren an selber Stelle erlebt hat, wird sich frühzeitig Karten hierfür sichern wollen – sein ebenso exstatisch wie kontrollierter Auftritt gehörte zu den Höhepunkten des Festivals 2007. Der 1969 im kalifornischen Berkeley geborene Tenorsaxophonist zählt zu den großen Solisten des zeitgenössischen Jazz, zweimal war er bereits für einen ’Grammy’ nominiert. Als Sohn der Tenorlegende Dewey Redman kam er früh mit der Musik von Ornette Coleman, Keith Jarrett und John Coltrane, aber auch der von James Brown oder der Beatles in Berührung. Den größten Einfluss hat Sonny Rollins auf Joshua Redman ausgeübt. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist er mit Alben, die allesamt die Top 10, oft sogar Platz 1 der Billboard Jazz Album Charts erreichten, und Auftritten mit Jazz-Koryphäen wie Elvin Jones, Charlie Haden, Jack DeJohnette, Pat Metheny und Roy Hargrove eine feste Größe in der Szene und wirkt dennoch stets frisch und unverbraucht. Für jedes seiner vielen, in unterschiedliche Richtungen weisenden Projekte findet er einen eigenen, adäquaten Ansatz: ob für eine Annäherung an HipHop wie auf dem Album „Freedom in the Groove“ von 1996, für seine gleichzeitig respektvollen und überraschenden Interpretationen von Standards und Klassikern oder für seine versatilen Eigenkompositionen – Redman trifft in seiner Vielseitigkeit zwischen Powerplay, rhythmischer Finesse und lyrischer Gesanglichkeit mit seiner voluminösen Artikulation immer den richtigen Ton. 1998 war Redman als Tenorsaxophonist Mitglied der The Louisiana Gator Boys (unter anderem mit Eric Clapton und B. B. King), die extra für den Film „Blues Brothers 2000“ ins Leben gerufen wurde – auch im Film war er zu sehen. Auch in „Kansas City“ von Robert Altman ist Redman an Bild und Ton beteiligt. Während der Saxophonist, der im Alter von neun Jahren auf der Klarinette begonnen hatte, in den 90ern bevorzugt im Quartett agierte, läuft seit zwei, drei Jahren ein Prozess der Reduktion und Konzentration bei Redman: Das 2007 erschienene Studioalbum „Back East" zeigte den Musiker in drei unterschiedlichen Trio-Konstellationen und ist mit orientalischen Motiven grundiert. Der Abschied vom Konzept der Working Band war ein Schritt in Richtung der größeren Fokussierung seiner kompositorischen Ideen und setzt sich auf seinem aktuellen, im Frühjahr 2009 veröffentlichten Album „Compass“ fort: mit den Bassisten Larry Grenadier und Reuben Rogers sowie den Schlagzeugern Brian Blade und Gregory Hutchinson standen Redman zwei eingespielte Trio-Formationen zur Verfügung, die darüber hinaus auch noch in verschiedenen Kombinationen zum Einsatz kamen, um die Herausforderung einer Kleinform ohne Harmonieinstrument noch eingehender zu untersuchen. Mit „Compass“ zeige sich der Künstler „zum Meister der kleinen Form gereift“, stellte das Fachmagazin Jazzthetik fest. „Besser geht’s nicht!“, befand Heribert Ickerott im JAZZ PODIUM. „Joshua Redman hat sich zu einer Szene-Autorität gemausert – und „Compass“ ist ein großer Schritt des Young Lions zum Old Cat“, konstatierte Ralf Dombrowski im Jazz thing. Auf seiner anstehenden Europatournee wird Redman von Reuben Rogers und Gregory Hutchinson begleitet. Mit einem seiner wenigen Deutschland-Konzerte gastiert das Joshua Redman Trio bei den BW-Bank jazzopen stuttgart 2009.
Besetzung:
Joshua Redman (saxophone)
Reuben Rogers (bass)
Greg Hutchinson (drums)