
Freitag, 24. Juli 2009
Die Lange Jazznight - Hommage an Erwin Lehn
HELEN SCHNEIDER
Messe Stuttgart (Flughafen), Halle H1
Die 1952 in New York geborene Helen Schneider absolvierte zunächst eine klassisch orientierte Pianoausbildung, bevor sie in den 70er Jahren mit einer Bluesband in den USA unterwegs war. Nachdem sie Mitte der 70er zwei Studioalben veröffentlicht hatte, ergaben sich Auftrittsmöglichkeiten in den großen Hotels von Las Vegas und diversen TV-Shows: kurze Zeit später gastierte sie in den renommiertesten Musikclubs der US-Metropolen. Als sie 1978 anlässlich ihrer ersten Europa-Tournee auch Deutschland besuchte, kam es zu einer Neuorientierung: ihre erste deutsche Produktion „Helen Schneider live in Hamburg“ entwickelte sich rasch zu ihrem bis dato erfolgreichsten Album, es folgten eine Tour mit Udo Lindenberg und zahlreiche Einladungen in „Bios Bahnhof“, wo sie ihren ersten Auftritt in Deutschland überhaupt hatte. Helen Schneider war auch die erste westliche Künstlerin, die im Ostberliner Palast der Republik in der damaligen DDR aufgetreten ist. Ihre beiden Alben dieser Zeit – „Crazy Lady“ und „Helen Schneider with The Kick“ wurden von Publikum und Kritik gleichermaßen begeistert aufgenommen: „Rock’n’Roll Gypsy“ war ein Top-Ten-Hit in den deutschen Charts, Helen Schneider wurde 1981 vom Musikmarkt zur besten Sängerin gekürt, im Jahr darauf nahm sie als erste internationale Künstlerin den Preis ’Sängerin des Jahres’ der Deutschen Phono-Akademie entgegen. 1987 entdeckte Helen Schneider ihre Liebe zum Musical: sie brillierte als Sally Bowles in „Cabaret“ an der Seite von Hildegard Knef im Theater des Westens in Berlin und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass diese Inszenierung als eine der herausragenden in der jüngeren Geschichte des Hauses gilt. Seit dieser Zeit ist sie eine gefragte Musicaldarstellerin und war in Erfolgen wie „Sunset Boulevard“ von Andrew Lloyd Webber zu sehen. Sie lebte für einige Jahre wieder in New York, später längere Zeit in Südfrankreich. 1996 ein Duett mit Andrea Bocelli für Eberhard Schoeners „Short Opera“-CD auf. Daraus entwickelte sich 1998 eine Zusammenarbeit für den Abschiedssong zur ZDF-Kult-Serie „Derrick“, die Schoener seinerzeit musikalisch betreute. In den Jahren 1999 bis 2001 spielte sie die Eva Perón in den Musical „Evita“ bei den Bad Hersfelder Festspielen. Nach der Veröffentlichung von „A Walk on the Weill Side“ mit Liedern von Kurt Weill und Stephen Sondheim, mit dem sie seit 1989 häufiger auftrat, war Helen Schneider zwischen 2003 und 2005 mit ihrer One-Woman-Show „A Voice And A Piano“, die einen Querschnitt ihres bisherigen musikalischen Lebens bietet, auch im deutschsprachigen Raum wieder auf Tournee. 2005 und 2006 gab sie in Deutschland einige Konzerte mit dem Bandprojekt M'Jobi, bestehend aus SWR Big Band feat. Helen Schneider & Wolfgang Dauner, Mini Schulz am Bass, Jo Ambros an der Gitarre und Meinhard „Obi“ Jenne am Schlagzeug. Mit ihrem 2007 veröffentlichten Album „Like a Woman“, das vorwiegend Interpretationen populärer amerikanischer Songwriter enthält, knüpft sie wieder an ihr musikalisches Schaffen der 1970er Jahre an. Helen Schneider lebt seit Ende 2006 in Berlin. Ihr im Herbst 2008 auf Edel Records erschienenes, von Till Brönner produziertes Jazz-Album „Dream A Little Dream“ war auf in vielen Charts- und Pollergebnissen zu finden.
Besetzung:
Helen Schneider (vocals)