
Donnerstag, 16. Juli 2009
AaRON
Open-Air-Bühne am Mercedes-Benz Museum
In seiner Heimat Frankreich ist das Duo mit dem biblischen Namen bereits äußerst populär: „Artificial Animals Riding on Neverland”, das Debütalbum von AaRON, erreichte im Mutterland des Chansons zwei Wochen nach seiner Veröffentlichung eine verkaufte Auflage von über 100.000 Exemplaren, mittlerweile sind mehr als 250.000 erreicht – Doppel-Gold-Status in Frankreich. Begonnen hat die Erfolgsstory 2004 im Heimstudio von Olivier Coursier: innerhalb von wenigen Wochen produzierte der Multi-Instrumentalist zusammen mit einer Zufallsbekanntschaft, dem singenden Schauspieler Simon Buret, neun Songs, deren Potential die beiden Beteiligten selbst überraschte. Einer davon war „Endless Song“, ihr erster gemeinsam produzierter Track, eine darke, wavige Nummer zwischen Moritat und Electro-Dancefloorhit: die Wucht, mit der der elektrisierende Refrain nach dem psychedelischen Intro einsetzt, lässt einen aufspringen, um dann auch wirklich mitzureißen. Innerhalb von einem Jahr hatten sie 20 Songs fertig gestellt, die alle, obwohl ganz unterschiedlicher Couleur, von der besonderen AaRON-Soundsignatur geprägt sind: Die Keyboards stellen das zentrale Instrument dar, dennoch sind häufig Gitarren zu hören, coole, mal druckvolle, mal verhaltene Breakbeats machen dem heiseren Bariton, in dem Buret seine intensiven Lyrics raunt, ein passendes Bett, die Elektronik bleibt im Hintergrund, verleiht den Produktionen jedoch ihre kühle Modernität – in einem zuvor noch nicht besetzten Bereich irgendwo zwischen Coldplay, Radiohead und Air sind ihre melodiösen Songs zu verorten. Ihren Durchbruch in Frankreich haben AaRON einem Cross-Media-Effekt des 21. Jahrhunderts zu verdanken: Einerseits wurde Simon Buret nicht nur für den Film „Je vais bien, ne t’en fais pas” („Keine Sorge, mir geht’s gut”) engagiert, der zum Überraschungserfolg geriet, sondern spielte dem Regisseur Philippe Lioret auch die bisherigen AaRON-Produktionen zu, mit dem Ergebnis, dass „U-Turn (Lili)“ eine tragende Rolle im Soundtrack zufiel. Dadurch wurden andererseits so viele auf AaRON aufmerksam, dass die eindringliche Ballade vier Wochen die Nr.1 bei i-Tunes war und innerhalb von zwei Monaten auf MySpace über 100.000-mal aufgerufen wurden, ebenso der zugehörige Clip auf YouTube. Auf die erfolgreiche Veröffentlichung des Debütalbums, auf dem neben „U-Turn (Lili)“, „Endless Song“ und einigen weiteren potentiellen Hits auch eine Version des von Billie Holiday bekannt gemachten Jazz-Klassikers „Strange Fruit“ enthalten ist, folgte 2007 eine nahezu ausverkaufte Tournee durch Frankreich sowie eine kleine, begeistert gefeierte Tour durch Deutschland Anfang 2008 – das Konzert in Hamburg war auf ARTE zu sehen. Im Januar 2009 wurde dem Pop-Duo auf der Eurosonic der ’European Border Breakers Award’ verliehen. Der EBBA wird von der europäischen Musikindustrie in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission und verschiedenen Organisationen verliehen. Als Kriterium zählt hier das meistverkaufte Debütalbum außerhalb des Heimatlandes, innerhalb eines Jahres. Momentan arbeiten AaRON an ihrem neuen, mit Spannung erwarteten Album, das für den Winter 2009 angekündigt ist, und kommen nur für einzelne, ausgewählte Festivalauftritte nach Deutschland. Das Konzert von AaRON bei den BW-Bank jazzopen 2009 ist ihr erster Auftritt in Stuttgart.
Besetzung:
Simon Buret (lead vocals)
Olivier Coursier (piano, guitars, loops, backing vocals)
Maeva Leberre (cello, backing vocals)