
Donnerstag, 23. Juli 2009
JOSS STONE
Messe Stuttgart (Flughafen), Halle 1
Mit Joss Stone gastiert ein weiterer Weltstar anlässlich der diesjährigen BW-Bank jazzopen in Stuttgart. Bei ihrem Auftritt wird sie auch Songs ihres für 2009 angekündigten, vierten Studioalbums „Colour Me Free“ vorstellen, dessen Rohfassung sie Anfang 2008 binnen einer Woche im Haus ihrer Mutter in Devon aufgenommen hat: „Ich habe den Großteil des Albums innerhalb einer Woche im Februar dieses Jahres aufgenommen. Es war ein Geheimnis. Das Haus war zu der Zeit eine Baustelle, also waren nur ich und die Crew da, in zwei leeren Räumen mit einem Mikrophon. Das Album hat einen sehr rohen Sound, weil wir es innerhalb eines so kurzen Zeitraums geschrieben und aufgenommen haben. Ich bin wirklich, wirklich glücklich damit.” Bei einer kleinen UK-Tour Anfang 2009 hat sie zu Beginn dieses Jahres bereits einige Songs daraus vorgestellt, die größtenteils auf sehr positives Feedback in der britischen Presse gestoßen sind. Die 1987 geborene Sängerin ist der jüngste Shooting Star, den die UK-Soul-Szene je hervorgebracht hat: Joss Stone hat weltweit bereits über 8 Millionen Alben verkauft, wurde für vier Grammys nominiert, trat mit James Brown, den Rolling Stones, Stevie Wonder, Elton John, Patti Labelle, Mavis Staples, Donna Summer und Smokey Robinson auf, wurde von Oprah Winfrey interviewt, modelte für zwei Gap-Kampagnen und sang beim Live 8 Concert 2005 vor über 200.000 Menschen — und das alles vor ihrem 19. Geburtstag. Mit 20 Jahren war die den größten Teil des Jahres in L.A. lebende Britin bereits Grammypreisträgerin. Schon vor der Veröffentlichung ihres mehrfach mit Platin ausgezeichneten Debüts „The Soul Sessions“ 2003 zog die Presse Vergleiche zu Stones Idolen Aretha Franklin und Janis Joplin. Mit „Fell In Love With A Boy“ und „Super Duper Love (Are You Diggin On Me?) Pt.1” hatte sie ihre ersten international beachteten Hits, die beide die Top-20 der UK-Charts erreichten. Joss Stone war zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt. Mit dem darauf folgenden Album „Mind, Body & Soul“ bestätigte sie alle Hoffnungen: Stone hatte Kooperationspartner wie The Roots eingeladen und Songs mit Soul-Songwriter-Legende Lamont Dozier – stilbildender Motown-Hausproduzent in der Blütezeit des Labels und unter anderem verantwortlich für die zahllosen Hits der Supremes – sowie Betty Wright, einer R&B-Größe mit Pionierstatus, geschrieben. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: „Mind, Body & Soul“ erreichte die Spitze der UK-Charts, die Auskopplung „You Had Me“ war ein Top-Ten-Hit für Joss Stone. Hierzulande hielt sich „Mind, Body & Soul“ sogar nahezu ein komplettes Jahr lang in den Albumcharts. 2005 wurde Joss Stone für drei Grammys, u. a. in der Kategorie ’Best New Artist’, nominiert und sang bei der Zeremonie gemeinsam mit Melissa Etheridge ein unvergessliches Tribut an Janis Joplin. Ihre Version von „Cry Baby“/ „Piece Of My Heart“ wurde als Single veröffentlicht und war Stones erster Top-40-Hit in den USA. Im selben Jahr trat Stone in sämtlichen Talkshows des amerikanischen Late Night- und Frühstücksfernsehens auf, während alle wichtigen Magazine, vom Rolling Stone bis zu Vanity Fair über sie berichteten und ihr die Mode-Bibel Elle eine Coverstory widmete. Im Februar 2006 trat sie mit Stevie Wonder, John Legend und India.Arie beim Super Bowl XL auf und sang bei den Grammy Awards 2006 mit Legend and Van Hunt ein Medley aus Hits der Soul-Legende Sly Stone. Für ihre Coverversion von „Family Affair“, ebenfalls auf dem Sly-Stone-Tributealbum „Different Strokes By Different Folks“ zu hören, wurde sie 2007 mit einem Grammy in der Kategorie ’Best R&B Performance By A Duo or Group’ ausgezeichnet. Auf ihrem 2007 veröffentlichten dritten Album präsentierte sie erstmals ausschließlich selbst geschriebene Songs: mit einer Liveband unter der Leitung von Neo-Soul-Star Raphael Saadiq (Produzent für u. a. D’Angelo, A Tribe Called Quest, TLC, Kelis und Macy Gray) eingespielt, transportierte „Introducing Joss Stone“ ihre Interpretation moderner Soulmusik auf ein neues Level und bündelt sie zu einem individuellen Statement. Auch „Introducing Joss Stone“ erwies sich wieder als äußerst erfolgreich: mit seiner Veröffentlichung war es sofort auf Platz 6 der deutschen Albumcharts eingestiegen. Die Singleauskopplung „Tell Me ’Bout It“ bewegte sich sogar wochenlang in den Top 100 der amerikanischen Billboard-Charts. Ihr Update von klassischem Motown-Soul mit aktuellen Mitteln – HipHop und R&B vornehmlich – ist gleichzeitig respektvoll, selbstbewusst und komplett gegenwärtig.