
Donnerstag, 23. Juli 2009
SOLOMON BURKE
Messe Stuttgart (Flughafen), Halle 1
Neben Stevie Wonder und Al Green ist Solomon Burke eine der wichtigsten Musikerpersönlichkeiten des klassischen Soul. Es fällt nicht schwer, den 1940 in Philadelphia geborene Sänger und Komponisten einen Großen zu nennen: dazu tragen nicht nur die 150 Kilo Lebendgewicht des charismatischen Urgesteins bei. Und es ist auch mehr als nur ein Showeffekt, dass sich Burke auf der Bühne einen Thron bereitstellen lässt – wenn einem diese Inszenierung wirklich zusteht, dann ist es Solomon Burke, der ’King of Rock’n’Soul’. Seine Wurzeln indes liegen im Gospel: Bereits als Siebenjähriger predigte er vor der Gemeinde der Kirche, die seine Tante auf eine Prophezeiung hin zwölf Jahre vor seiner Geburt gegründet hatte, als Neunjähriger trat er bereits als Bischof der ’House of God for All People Church’ auf. Indem er diese Erfahrungen mit seiner Begeisterung für Rhythm’n’Blues, aber auch mit Country-Elementen legierte, wurde er zum Wegbereiter einer Musik, die den Pop der sechziger Jahre entscheidend prägen sollte: Burke darf als einer der Gründerväter der Soulmusik gelten. Seit 1962 hat Burke mehr als 30 Studioalben veröffentlicht, seine Songs wurden von den Rolling Stones, Bruce Springsteen, Tom Jones und Otis Redding gecovert – Evergreens wie „Everybody Needs Somebody to Love“ oder „Cry to Me“, der nicht zuletzt durch den Tanzfilm „Dirty Dancing“ von 1987 Kultstatus erlangte, stammen aus der Feder von Burke. Umgekehrt haben Komponisten wie Bob Dylan, Tom Waits, Elvis Costello, Dr. John, Eric Clapton und Van Morrison Titel für Solomon Burke geschrieben, die ihm als Maßanfertigung wie auf den Leib geschnitten sind. Mitte der 70er Jahre zog er sich vorübergehend aus dem Musikgeschäft zurück, um 1986 mit „A Change Is Gonna Come“ wieder die Bühne zu betreten. Obwohl die darauf folgenden Albumveröffentlichungen seitens der Kritik wohlwollend aufgenommen wurden, blieb der kommerzielle Erfolg überwiegend aus. Auf ausgedehnten Tourneen festigte er hingegen seinen Ruf als hervorragender Live-Entertainer. 2001 wurde Solomon Burke in die ’Rock and Roll Hall of Fame’ aufgenommen, für sein 2002 veröffentlichtes Album „Don’t Give Up on Me“, mit dem er ein furioses Comeback feiern konnte, erhielt er einen Grammy. Auch die Nachfolgealben „Make Do with What You Got“ (2005) und die Country-Hommage „Nashville“ (2006) waren für die begehrte Auszeichnung nominiert, ebenso wie sein im Sommer 2008 bei Shout! Factory/Soulfoot erschienenes Album „Like a Fire“, das ihn erneut in Bestform zeigt. Es ist seine komplette Lebenserfahrung, die sich im Resonanzraum seiner vollen, warm vibrierenden Bariton-Stimme reflektiert; die intensive Aura seiner Auftritte verdankt sich seiner Nähe zu den existenziellen Themen der Menschheit: Solomon Burke, der nicht nur mit seiner musikalischen Karriere, sondern auch als Bestattungsunternehmer erfolgreich ist, hat 21 Kinder und 89 Enkel.
Besetzung:
Solomon Burke (vocals)
Mandale McGee (drums)
Aaldert van Weelden (bass)
Sam Mayfield, "Guitar Jack" Wargo (guitar)
Keith Ladinsky (piano)
Rudy Copeland (hammond B-3)
Carle Vickers, Dannie Hofmann, Dino Gnassi (horns)
Candy Burke, Sophia Perez (background)
Simona Mana, Raffaella Stirpe (strings)