
Freitag, 17. Juli 2009
CHINA MOSES
BIX Jazzclub
Mit China Moses wird einer der Shootingstars der aktuellen Vocal-Jazz-Szene bei den BW-Bank jazzopen im BIX Jazzclub erstmals in Stuttgart gastieren. Mit ihrem im Frühjahr 2009 erschienenen Blue-Note-Debüt „This One’s For Dinah“, einem Tribute-Album zu Ehren von Dinah Washington, das sie gemeinsam mit dem französischen Jazzpianisten Raphaël Lemonnier aufgenommen hat, ist sie eine der Überraschungen der Saison. „Sie singt die Lieder, als seien es ihre eigenen“, stellt Christian Broecking auf ZEIT Online fest, „das klingt richtig gut, weil sie erst gar nicht erst versucht, ihr Vorbild zu übertreffen“. Ihr lässiger Ansatz gefällt auf ganzer Linie: „Das Ergebnis ist faszinierend: China Moses gelingt es mit ihrer Powerstimme, Energie, Verve und Witz von Washingtons Songs rüberzubringen, ohne in platte Imitation zu verfallen. Sie entstaubt Klassiker... und steuert mit ’Dinah’s Blues’ und ’Gardenias For Dinah’ zwei Eigenkompositionen bei. Schön, dass China Moses und Raphael Lemonnier sich gefunden haben“, meldet Focus Online begeistert. „Ein großes Live-Studio-Album, das durch die heutige Technik umso lebendiger klingt und das, um das Wort zu strapazieren, ein würdiges ’Tribut’ an die große Dinah Washington darstellt“, ist bei Jazzdimensions über „This One’s For Dinah“ zu lesen. China Moses ist die Tochter des 1995 verstorbenen Film- und Fernsehregisseurs Gilbert Moses, eines erfolgreichen Film- und Fernsehregisseurs, der unter anderem für die TV-Serie „Roots“ verantwortlich zeichnete und auch den Kultfilm „Willy Dynamite“ gedreht hat, und der stimmgewaltigen Jazzdiva Dee Dee Bridgewater. Ihre ersten Schritte jedoch waren keineswegs vom Jazz bestimmt: „Ich bin vom Soul geprägt, ich liebe Rhythm ’n’ Blues", sagt China Moses. Ihren ersten Vertrag erhielt sie als Teenager; das Singen war ihr damals wichtiger als die Schule. Mittlerweile, drei Alben später, ist sie eher zufällig durch die Begegnung mit dem französischen Jazzpianisten Raphaël Lemonnier zum Jazz gekommen. „Ich hatte gar nicht vor, ein Jazz-Album zu machen", bestätigt China Moses Zum Glück hat sie, denn mit „This One’s For Dinah“ beschenkt die knapp Dreißigjährige uns mit einem authentischen Jazzalbum und einer klaren Mission: „Ich bin angetreten, um den Rock ’n’ Roll-Aspekt wieder in den Jazz zurück zu bringen“. Denn eines möchte China Moses unbedingt vermeiden: auf eine Rolle als Jazzsängerin reduziert zu werden. In ihrer Wahlheimat Paris steht sie täglich für MTV News vor der Kamera, zudem hat sie R&B-, Soul- und Rock-Projekte. Sie verkörpert den Prototyp einer amerikanischen Entertainerin und hat schon mit einer Reihe von renommierten Künstlern wie Me'Shell NdegéOcello, Etienne de Crécy, Guru, Camille, Diam’s und DJ Mehdi zusammengearbeitet. Sowohl die Stimme als auch die Ausstrahlung als Jazz-Performerin hat sie von ihrer Mutter geerbt. Wenn sie auf „This One’s For Dinah“, das an drei Tagen live im Studio eingespielt wurde und nahezu ausschließlich aus ’First Takes’ besteht, den Blues singt, bringt sie ihn in Eigenkompositionen wie der Hommage „Dinah’s Blues“ ebenso zum Glühen wie in ihren Interpretationen von „Mad About The Boy“, „Fat Daddy“, „Evil Gal Blues“ oder „What A Difference A Day Makes“. Die Arrangements der Stücke rücken ihre Stimme, die sie enorm kraftvoll und dennoch mit präziser Sensitivität einsetzt, in den Mittelpunkt der Songs. Schon vor der Veröffentlichung des Albums war das Medieninteresse enorm. Neben CD-Besprechungen und Portraits in hochkarätigen Magazinen wie Jazz thing und Kulturnews war sie mit einem dreiseitigen Feature in der Jazzthetik und auf zweiseitigen Storys im JAZZ PODIUM und in der Jazzzeit zu bewundern. In Frankreich hat sie soeben eine Tour mit Raul Midón absolviert und gilt dort bereits als feste Größe in der Jazz-Szene. Mit ihrem Auftritt bei den BW-Bank jazzopen stuttgart wird sie durch ihre ausdrucksstarke Performance, ihr Temperament und ihre enormen Stimme erstmals auch ein deutschsprachiges Publikum überzeugen. „Die Musik von China Moses klingt so traditionell, dass man fast meinen könnte, sie sei in einem Jazz-Club der 50er- oder 60er-Jahre aufgenommen worden“, schwärmte Sarah Seidel auf hr2-kultur. Und das Süddeutsche Zeitung Magazin bringt die Faszination der Musik von China Moses so auf den Punkt: „Jede einzelne Silbe klingt sexy“.
Besetzung:
China Moses (voice)
Raphael Lemonnier (piano)
Patricia Lebeugle (upright)
François Laudet (drums)
François Biensan (trompet)