DIANA KRALL
Die kanadische Jazz-Sängerin und Pianistin spielt nicht nur in einer eigenen Liga - spätestens seit dem internationalen Erfolg ihres fünften Albums "When I Look in Your Eyes", das ein komplettes Jahr die Billboard-Jazz-Charts dominierte und Diana Krall 1999 ihren ersten Grammy bescherte, eine nahezu einhellig geteilte Erkenntnis - in einem Fach also, das sie tatsächlich selbst begründet hat, sondern steht diesem immer noch als First Lady vor: Diana Krall hat die Türe geöffnet für ein Jazzverständnis, das - nach Jahrzehnten der Introspektive - dorthin zurückkehrt, woher es gekommen ist: als erste Popmusik einer (fast wie heute neuen, damals aber noch analogen) Mediengesellschaft hat die Jazzkultur schließlich viele Standards der heutigen Musikproduktion weit über den musikalischen Erbteil hinaus definiert. Diesen Umstand in die Büros und Boutiquen, die Cafes und Bars, die Wohn- und Schlafzimmer in aller Welt zurückgetragen zu haben, ist eine historische Leistung, die Diana Krall zugeschrieben werden muss. In ein hochmusikalisches Elternhaus hineingeboren, beginnt sie Klavier zu spielen; angeleitet und inspiriert durch ihren Vater, einen Stride-Pianisten und seine enorme Schellackplattensammlung, war sie sehr früh mit den Klassikern und Standards der Jazzgeschichte vertraut. Sie selbst sieht sich in erster Linie in der Tradition von Carmen McRae und Nat King Cole. Gekennzeichnet wird Diana Krall durch die enorme Präsenz ihres Vortrags und ihrer kultivierten Artikulation, sie verbindet ein dezent laszives Timbre mit einer eleganten, reservierten Erscheinung zu einem zeitgemäß nonchalanten Stil, der sie unverwechselbar macht. Mittlerweile besteht ihre Diskographie neben den bislang neun Albenveröffentlichungen - nahezu ausnahmslos Welterfolge, häufig produziert von Tommy LiPuma - auch aus der aktuellen Best-of-Compilation, vielen Beiträgen zu Soundtracks und TV-Serienhits sowie der 2002 erschienenen "Live in Paris", für die sie erneut mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. Heute ist die Vocal-Jazz-Ikone nicht nur zweifache Grammypreisträgerin, sondern auch zweifache Mutter: Im Dezember 2003 heiratete sie den britischen Songwriter Elvis Costello, am selben Tag des Dezembers 2006 brachte sie Zwillinge zur Welt. Nach einer Pause bis Mitte 2007 stieg Diana Krall mit einer exklusiven US-Tour und einigen ausgewählten Auftritten in Brasilien und Argentinien wieder an der Stelle ein, an der sie die Szene verlassen hatte: ganz oben, an der Spitze.


