CHICAGO
Mit Chicago kommt eine der erfolgreichsten Bands aller Zeiten nach Stuttgart. Tatsächlich haben in den USA lediglich die Beach Boys eine höhere Chartnotierungsquote als Chicago aufzuweisen: die 1967 gegründete Formation hat weit mehr als nahezu unglaubliche 100 Millionen Tonträger verkauft, 21 Top-10-Singles und fünf Number-One-Hits gelandet, 13 ihrer 30 Studioalben wurden mit Platin ausgezeichnet, 18 mit Gold, fünf davon führten in Folge die Alben-Charts an. Als erste US-amerikanische Band hat Chicago Top-40-Alben in fünf Dekaden verzeichnen können. Selbstverständlich konnte die Band bereits den Grammy entgegennehmen und ist mit einem Stern auf dem Hollywood Walk Of Fame verewigt. Dass diese Fakten zu überraschen vermögen, ist dadurch zu erklären, dass der Einfluss dieser einzigartigen Band seitens der Rockkritik jahrzehntelang aufs Schwerste unterschätzt wurde: Obwohl oder gerade weil Chicago mit ihrer Rock-plus-Brass-Formel den Charts der 70er ihren Stempel aufdrückten, fristete diese Institution, die 1969 als Chicago Transit Authority mit ihrem gleichnamigen Sensationsdebüt die Bühne der Weltöffentlichkeit betrat, lange ein Schattendasein in den Geschichtsbüchern der Rockmusik. Dagegen haben sich Chicago durch ihre fulminanten Auftritte einen dauerhaften Ruf als hervorragende Live-Band auf intensiven Tourneen in aller Welt erspielt. Die Treue ihrer Fanbase ist nahezu sprichwörtlich, Songs wie "If You Leave Me Now", "Beginnings", "Ballet for a Girl in Buchannon: 25 or 6 to 4", "Hard To Say I'm Sorry", "Does Anybody Really Know What Time It Is?", "I'm A Man"; "Look Away", "(I've Been) Searchin' So Long", "Old Days", "Call On Me", "Wishing You Were Here", "You're The Inspiration" oder "Saturday In The Park" haben sich als Evergreens ins Gedächtnis ganzer Generationen eingebrannt und sind weltweit gültige, unverzichtbare AOR-Radio-Standards, aus den einschlägigen Erwachsenenunterhaltungsprogrammen der Sender nicht mehr wegzudenken. In Anlehnung an die Ordnungskonzepte, mit denen klassische Komponisten ihre Werke organisiert haben, bestehen die Titel ihrer Alben fast durchwegs aus einer fortlaufenden Nummerierung, häufig in römischen Ziffern umgesetzt - diese übergreifende Ästhetik ist zu einem Markenzeichen von Chicago geworden. Ihre enge Verbundenheit mit der Jazzkultur war immer offensichtlich, wurde aber 1995 durch ein speziell der Swing-Zeit gewidmetes Album besonders unterstrichen, das unter dem Titel "Night & Day" bezeichnenderweise auch aus der Ziffernfolge ausscheren durfte. Obwohl die Band seit mehr als 4 Jahrzehnten besteht, finden sich im Line-up von Chicago noch vier der ursprünglich sieben Gründungsmitglieder wieder: dabei handelt es sich um Robert Lamm, Lee Loughnane, James Pankow und Walt Parazaider. Für 2008 ist nicht nur die Veröffentlichung des bereits 1993 aufgenommen, aber nie erschienenen Albums "Stone of Sisyphus" geplant, sondern auch eine große Welttournee, die Chicago unter anderem nach Montreux, Hawaii und Las Vegas führt - der Auftritt von Chicago in Stuttgart ist das bisher einzige bestätigte Konzert in Süddeutschland für 2008.


