AL JARREAU
Zum Abschluss der 15. BW-Bank jazzopen tritt der siebenfache Grammy-Preisträger AL JARREAU in einer besonders exklusiven Umgebung auf: in der Arena des Mercedes-Benz Museums, der neuen Festival-Bühne der jazzopen. Die Stimme von AL JARREAU gehört zu den erstaunlichsten Phänomenen dieses Planeten. Wie kein anderer steht sein Name für den unmittelbaren Gebrauch der Stimmbänder als Instrument, das über ein enormes Potential an Ausdrucksskalen jenseits der sprachlichen Botschaft verfügt. Dass Jazz die Grundlage seiner Musik ist, hätte Jarreau gar nicht selbst bekunden müssen: Indem er die Möglichkeiten der Improvisation immerhin eine der zentralen Arbeitshypothesen des Jazz von den Instrumenten auf seine Stimme übertragen hat, konnte er dieser Musik ab Mitte der 70er Jahre nicht nur entscheidende Impulse zu geben, sondern auch zu einer lange ungekannten Geltung bei einem größeren Publikum verhelfen "Look to the Rainbow", ein Live-Album mit Aufnahmen seiner triumphalen Europa-Tour, stieg 1977 in die Top 50 der US-Album-Charts ein und wurde im folgenden Jahr mit dem Grammy ausgezeichnet. Der Beginn seiner Karriere lag da allerdings bereits mehr als zehn Jahre zurück: Spätestens seit 1965 mit der Veröffentlichung seines Debütalbums "We Got By" gibt der promovierte Psychologe dieser Idee, dass eine Stimme wie ein Instrument eingesetzt werden kann, in seiner Arbeit einen öffentlichen Raum, untersucht ihre Möglichkeiten für eine Musik, die im Jazz, Soul und Bossa Nova verwurzelt, dadurch aber nicht limitiert ist und mit Begriffen wie Crossover nur unzureichend erfasst werden kann. Ohne AL JARREAU das macht man sich vielleicht nur zu selten klar würde sich wohl einiges in der gegenwärtigen Popmusik anders anhören: Scat- und möglicherweise auch Rap-Gesang wären nicht das, was sie jetzt sind. AL JARREAU ist der einzige Künstler, der mit Grammys für Gesangsdarbietungen in drei verschiedenen Kategorien ausgezeichnet wurde, unter anderem für "Blue Rondo a la Turk" (Jazz), "Breakin Away" (Pop) und "Heaven and Earth" (Rhythm & Blues) insgesamt siebenmal konnte er die begehrte Trophäe bislang entgegennehmen, zuletzt 2007 für "God Bless the Child" zusammen mit George Benson und Jill Scott aus dem Erfolgsalbum "Givin It Up". Zuvor hatte AL JARREAU sich nach einer längeren Pause Ende der Neunziger bereits 2004 mit dem lupenreinen Jazzalbum "Accentuate the positive" eindrucksvoll zurückgemeldet. 2008 wird ein weiteres Highlight in seiner einmaligen Karriere: Anfang des Jahres erschien "Love Songs", eine Compilation mit Songs aus mehr als 30 Jahren, im Rahmen seiner dazugehörigen Europa-Tournee tritt AL JARREAU in Stuttgart bei den BW-Bank jazzopen auf.



