Malia
Der Stern, der 2003 mit "Yellow Daffodils" so unerwartet aufgegangen ist, hat erst begonnen, seine Strahlkraft zu entfalten: Mit ihrem bereits dritten Album "Young Bones" baut die in Malawi geborene, in London aufgewachsene Jazz-Vokalistin und Songwriterin das Changieren zwischen Jazz, Pop, Soul, Blues und Bossa-Nova zu einem Markenzeichen aus. Wie auf ihrem Debüt ist eine Künstlerin zu hören, in deren Musik archaisches Wissen und urbane Modernität eine Koexistenz führen. Es erscheint nachvollziehbar, dass ihr nach einer unbeschwerten Kindheit in Malawi der Wave-Sound, der im London ihrer Jugend die Szene beherrscht hat, keine hinreichenden Angebote machen konnte. Ihre Lebensmusik fand die damals 17-jährige Malia dagegen auf alten Platten von Billie Holiday und Sarah Vaughan. Seitdem hat sich in kurzer Zeit viel ereignet: In einem New Yorker Restaurant hörte sie zufällig einen Song, der sie sofort fesselte. Sie ließ nicht locker, bis sie die Telefonnummer des Produzenten herausgefunden hatte. So kam es zu der Begegnung mit André Manoukian. Nach dem Überraschungscoup mit "Yellow Daffodils", dem von Manoukian produzierten Erstlingswerk, konnte das Team mit "Echoes of Dreams" nahtlos an den Erfolg anknüpfen und nebenher noch neue Hörer gewinnen: Neben klassischen Jazz-Tunes erweiterten Blues- und Soulelemente ihre stilistische Bandbreite und Ausdrucksskala. Jetzt hat Malia ihr drittes Album eingespielt: "Young Bones" entstand erneut in Zusammenarbeit mit dem französischen Produzenten, der diesmal die Songs komponierte, während sie die Texte beisteuerte. "Malia ist der Traum eines jeden Komponisten", schwärmt André Manoukian. "Sie kann einfach alles singen, Jazz, Pop, Gospel, Soul - einfach alles. Sie hat etwas Zerbrechliches in ihrer Stimme, eine gewisse Zurückhaltung und Unschuld. Das ist weit mehr als reine Technik. Einerseits geht sie die Melodie direkt an und hält sich an sie, andererseits drückt sie trotzdem den Songs ihren ganz eigenen Stempel auf. Sie verkörpert eine unglaubliche Mischung aus klassischer Zeitlosigkeit und höchst brisanter Modernität." Eine Behauptung, die nicht zuviel verspricht - live zu überprüfen bei den jazzopen.

