Deutscher Dokumentarfilmpreis in der Kategorie Musik: "Blue Note Records: Beyond the Notes"

In Stuttgart wurde am Abend des 28 Juni im Rahmen des SWR Doku Festivals der Deutsche  Dokumentarfilmpreis verliehen. Mit 5.000 Euro sowie dem Musikpreis der Opus GmbH für einen dokumentarischen Film aus dem Bereich Musik wurde Sophie Huber für ihren Film „Blue Note Records: Beyond the Notes“ ausgezeichnet.

Als die deutsch-jüdischen Flüchtlinge Alfred Lion und Francis Wolff 1939 in New York Blue Note gründeten, ließen sie den Künstlern völlige Freiheit und ermutigten sie, neue Musik zu komponieren. Durch ihre visionäre und kompromisslose Herangehensweise konnten Platten entstehen, die nicht nur den Jazz revolutionierten, sondern auch Kunst und Musik, darunter den Hiphop, nachhaltig prägten.

Die Gegenwart ist der Ausgangspunkt, von wo aus der Film die Vergangenheit erkundet. So kommen die legendären Künstler Herbie Hancock und Wayne Shorter mit der heutigen Generation wegweisender Blue Note-Künstler wie Robert Glasper und Ambrose Akinmusire zusammen, um ein All-Stars-Album aufzunehmen.

Weiter geben seltenes Archivmaterial und Gespräche mit Blue Note Musikern einen intimen Einblick in die Entstehung und Philosophie einiger der bedeutsamsten Songs der Jazzgeschichte. Diese Überlegungen führen uns zurück zu den einflussreichen Persönlichkeiten der Vergangenheit, auf denen das Erbe von Blue Note aufbaut: Thelonious Monk, Bud Powell, John Coltrane, Art Blakey, Horace Silver und Miles Davis.

Der Film vermittelt all jene Werte, die der Jazz seit jeher verkörpert und Blue Note gefördert hat: Meinungsfreiheit, Gleichheit, Dialog – Haltungen, die heute so dringlich und aktuell sind wie bei der Gründung des Labels.

Biographie der Regisseurin:

Sophie Huber studierte ursprünglich Schauspiel und begann ihre Karriere als Regisseurin bei dem preisgekrönten Berliner Filmkollektiv. Sie war Koregisseurin bei verschiedenen Spielfilmen. Ihr erster Dokumentarfilm »Harry Dean Stanton Partly Fiction« hatte 2012 seine Premiere bei den Filmfestspielen in Venedig. Der Film gewann mehrere Preise.