jazzopen playground BW

Auch bei der 28. Ausgabe der jazzopen 2022 haben Nachwuchstalente wieder ihren festen Platz im Festivalprogramm: Zum 12. Mal bietet der Wettbewerb jazzopen playground BW aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern aus Baden-Württemberg Auftrittsmöglichkeiten auf den Festivalbühnen. Ziel des Veranstalters Opus ist es, junge, talentierte Nachwuchsbands zu fördern und ihnen die Chance zu geben, sich einem breiten Publikum zu präsentieren.

Am Wettbewerb teilnehmen können Nachwuchsbands aus Baden-Württemberg aus dem Bereich Jazz, Soul, Pop und daran angrenzenden Genres. Eine Fachjury unter dem Vorsitz von Prof. Mini Schulz, Professor an der Musikhochschule Stuttgart, wählt aus allen Bewerberinnen und Bewerbern die Bands aus, die geeignet sind, den jeweiligen Konzertabend zu eröffnen. Die Gewinner-Bands treten live als Opener auf den Bühnen der jazzopen auf. Begleitend zum Auftritt werden die Gewinner-Bands in die aufmerksamkeitswirksame Festivalkommunikation eingebunden und erhalten eine Auftrittsgage.

Gewinner des playground BW 2022

Natia Todua

Mittwoch, 13. Juli, Schlossplatz

Natia Todua lebt ihre Musik und ihren Schmerz, aber auch ihre unerschütterliche Stärke und Kraft.
Ihre bisherige Geschichte liest sich fast wie ein modernes Märchen: Die zierliche Sängerin wuchs im kaukasischen Abchasien auf, einer bis 1993 vom Krieg geplagten Krisenregion nahe des Schwarzen Meeres. Noch bevor sie volljährig war, ist ihre Familie insgesamt elf Mal umgezogen. Von Ort zu Ort, mit immer neuen Schulkameraden, immer neuen Herausforderungen, immer neuen Selbstbehauptungskämpfen. Eine Fighter-Mentalität, die Natia bis heute prägt. Ebenso, wie eine andere, viel positivere Erfahrung: Während eines Besuchs in Tiflis spielte ihr Onkel ihr eine Liveaufnahme des legendären Woodstock-Festivals mit Rock- und Blueslegenden wie Jimi Hendrix, Janis Joplin oder The Who vor – für Natia eine Offenbarung!

Wenig später erkennt Natia, dass sie ihre Musikerträume am besten in Deutschland verwirklichen kann. Eine Herausforderung, der sie sich aus Liebe zu ihrer großen Leidenschaft stellt. Mit einem Visum als Au-Pair in der Tasche findet sie im Sommer 2016 eine Anstellung als Kindermädchen bei einer Familie im baden- württembergischen Kirchheim unter Teck. Weit weg von Zuhause, mit ein paar Bröckchen Deutsch, um sich verständlich zu machen. Durch einen Wink des Schicksals stieß Natia an einem ihrer Babysitting-freien Sonntage im Netz auf den Casting-Aufruf von „The Voice Of Germany“ – die ultimative Chance für die Musikerin, die im Anschluss mit ihrer markanten Soulstimme, ihrer charismatischen Ausstrahlung und ihrem außergewöhnlichen Look ganz Deutschland um den Finger wickelte und sich in einem dramatischen Finale den Sieg sicherte. „Wenn man weiß, was man will, sollte man sich von niemandem aufhalten lassen“, fährt Natia fort.

Julian Moreen

Donnerstag, 14. Juli, Schlossplatz

Der Sänger und Pianist Julian Moreen vereint Singer-Songwriter, Indie Rock und modernen Jazz in einer einzigartigen Klangwelt bestimmt von Melodien voller Sehnsucht, lyrischer Schönheit, erzählerisch, melancholisch, doch stets optimistisch, teils fast meditativ, dann wieder “ungeheuer dicht und energiegeladen” (Badische Zeitung). In ausgefeilten Arrangements verschmelzen das Klavier und seine charakteristische Stimme mit atmosphärischen Gitarrenklängen und treibendend Rhythmen gepaart mit poetischen Texten, lassen jedoch stets genug Freiraum für Improvisation.

Ursprünglich aus dem Dreiländereck bei Basel, zog es ihn nach dem Abitur in die USA, um am Berklee College of Music Klavier zu studieren. Ein anschließendes Jahr in New York ermöglichte ihm, in die dortige Musikszene einzutauchen und in den vielen Clubs der Stadt seine Musik zu präsentieren. Im Herbst 2018 ging er auf seine erste internationale Tournee mit seiner Musik nach Taiwan, Singapur und Malaysia mit mehr als zwanzig Konzerten, Radio- und Presseinterviews, nahm seine erste in Taiwan veröffentlichte EP auf und ging ein Jahr später auf seine zweite Asien Tournee, dieses Mal mit Auftritten an wichtigen Konzerthäusern, Universitäten und mit einer Einladung für einen Auftritt am Taichung Jazz Festival vor geschätzten fünfzigtausend Besuchern.

Er arbeitet momentan an seinem Debut-Album, welches Ende diesen Jahres veröffentlicht wird.

Mary Summer

Freitag, 15. Juli, Schlossplatz

Mary Summer ist eine junge und ausdrucksstarke Sängerin, die durch Ihre gefühlvolle Stimmgewalt, positive Ausstrahlung und Authentizität ihr Publikum verzaubert. Die Solokünstlerin mit deutschafrikanischen Wurzeln ist in Stuttgart geboren und aufgewachsen und zählt neben Ihren eigenen, tiefgründigen Kompositionen auch Jazz, Soul und R'n'B zu Ihrem Repertoire.

2015 sang sie sich ins Halbfinale von The Voice of Germany und begeisterte ein Millionenpublikum für sich. Die Ausnahmekünstlerin stand u.a. schon mit Sarah Connor, Rea Garvey und Olly Murs auf der Bühne. Je nach Anlass tritt sie entweder mit klassischer Pianobegleitung, elegantem Jazz Trio oder vollbesetzter Festival Band auf.

BENJAKOB

Samstag, 16. Juli, Schlossplatz

Von klein auf liebt und lebt Benjakob Milliarden Schattierungen von Stimme, eigene Melodien, Lyrics und deren Sounds. Dies ist spätestens seit seinen ersten Punkbands Ende der 90er klar. 25 Jahre, 1.000 gehörte Schallplatten und unzählige als Sänger und Songschreiber gespielte Bühnen später existiert nun sein Debutalbum namens „Iberische Halbinsel“.

Nichts ist in dieser Zeit wichtiger geworden als die Verständigung der Menschen weltweit. Lange waren Zerrissenheit und Diskrepanz nicht mehr so spürbar wie in jüngster Zeit. Dem Miteinander, dem Gemeinsam für uns alle ereignet sich ein Wettkampf gegenüber, der das Ego in das Zentrum
allen Geschehens bringt. Benjakob steht entgegen dieser Entwicklung. Nicht nur, weil ihm selbst zwei Nationalitäten und Vorfahren aus sehr unterschiedlichen Himmelsrichtungen innewohnen. Sondern auch durch seine lyrische Zweisprachigkeit in englisch und deutsch, in der er sich echt und unverfälscht ausdrückt.

Vincent Meissner Trio

Samstag, 16. Juli, StadtPalais - Museum für Stuttgart

Drei Suchende, welche im Zusammenspiel neue musikalische Farben und Formen erkunden. Das Trio des Pianisten Vincent Meißner ist ein Ort, an dem Klang auf Ton trifft, sich Strukturen mit Chaos vermischen und Komposition und Improvisation spurlos miteinander verschmelzen. Mit Henri Reichmann am Schlagzeug und Josef Zeimetz am Kontrabass haben sich drei junge Musiker gefunden, die gemeinsam den Pfad des Zusammenspiels beschreiten.

Anfang Februar 2020 nahm die Band nun ihr Debut Album in den Hansahaus Studios in Bonn auf. Außerdem erhält das bereits mehrfach ausgezeichnete Nachwuchsensemble in diesem Jahr den zum ersten Mal vergebenen "Mitteldeutschen Jazzpreis".

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